Logo FDP Wiefelstede

Michael Koch: Verantwortung tragen, Zukunft sichern: Meine Kernaufgaben für Wiefelstede

Drei zentrale Schwerpunkte stehen dabei für mich ganz oben auf der Agenda: erstens eine verantwortungsvolle und zukunftsfeste Finanz- und Wirtschaftspolitik, zweitens der bedarfsgerechte Ausbau unserer Schulen und Betreuungseinrichtungen für moderne Bildungschancen sowie drittens eine vorausschauende Orts- und Dorfentwicklung, die den Charakter unserer Ortsteile stärkt und Raum für nachhaltiges Wachstum schafft.

fdp-wiefelstede-kommunalwahl-2026-kandidaten-gemeinderat-kreistag-michael-koch-buergermeister-themen

Wenn wir auf die kommenden Jahre blicken, steht unsere Gemeinde vor entscheidenden Weichenstellungen. Die Kernaufgabe für Wiefelstede liegt darin, den Spagat zwischen soliden Finanzen, nachhaltiger Entwicklung und der Bewahrung der hohen Lebensqualität für Bürgerinnen und Bürger in allen Ortsteilen zu meistern. Um Wiefelstede zukunftssicher und attraktiv aufzustellen, müssen wir diese Herausforderung aktiv anpacken. Drei zentrale Schwerpunkte stehen dabei für mich ganz oben auf der Agenda: erstens eine verantwortungsvolle und zukunftsfeste Finanz- und Wirtschaftspolitik, zweitens der bedarfsgerechte Ausbau unserer Schulen und Betreuungseinrichtungen für moderne Bildungschancen sowie drittens eine vorausschauende Orts- und Dorfentwicklung, die den Charakter unserer Ortsteile stärkt und Raum für nachhaltiges Wachstum schafft.

1. Solide Finanzen & starker Mittelstand: Erst priorisieren, dann investieren

Als einen Hauptproblempunkt für die Zukunft Wiefelstedes sehe ich die zunehmend angespannte Haushaltslage im Spagat mit dringenden Zukunftsinvestitionen. Wir stehen vor der Herausforderung, dass die finanzielle Decke spürbar kürzer wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass uns aus der Landes- und Bundespolitik immer mehr Aufgaben übertragen werden, ohne dass die Kommunen dafür finanziell ausreichend entschädigt werden. Während die Ausgaben durch diese Vorgaben stetig wachsen, bleiben wir vor Ort oft auf den Kosten sitzen. Dennoch beginnt für mich gute Kommunalpolitik beim verantwortungsvollen Umgang mit dem Steuergeld unserer Bürgerinnen und Bürger. In den vergangenen fünf Jahren habe ich im Gemeinderat konsequent für realistische und verlässliche Finanzplanungen gekämpft und konkrete Vorschläge zur Straffung der Haushaltsberatungen eingebracht. Mein Grundsatz ist klar: Echtes Haushaltsbewusstsein bedeutet, solche Defizite nicht einfach über Steuererhöhungen auf die Schultern der Bürger, Familien und Betriebe abzuwälzen. Wiefelstede muss bezahlbar bleiben!

Um diesen Knoten praxisnah zu lösen, müssen wir zuerst klar priorisieren, statt pauschal alles zu versprechen. Wir brauchen den Mut, Investitionen sauber zu staffeln. Dringende Pflichtaufgaben haben dabei absoluten Vorrang: Dazu gehören die Modernisierung und Erweiterung unserer Schulen, das Angebot an Kita- und Krippenplätzen sowie die Instandhaltung unseres Straßen- und Radwegenetzes. Ebenso gehören der zukunftssichere Ausbau und die moderne Ausstattung unserer freiwilligen Feuerwehren im gesamten Gemeindegebiet zur zwingenden Daseinsvorsorge. Bevor wir weitere neue Großprojekte anschieben, müssen zudem stets die laufenden Folgekosten für die kommenden Jahre transparent auf dem Tisch liegen.

Gleichzeitig sichern wir notwendige Investitionen nur ab, wenn wir unser Einnahme-Fundament durch eine gezielte Wirtschaftsförderung stärken. Wir können schlussendlich nur das Geld ausgeben, das zuvor erwirtschaftet wurde. Eine starke Gemeinschaft braucht eine starke Wirtschaft, und genau hier müssen wir unsere hervorragenden Standortvorteile voll ausspielen: Wiefelstede punktet schon heute mit der direkten Lage im Umland von Oldenburg sowie im Vergleich moderaten Gewerbesteuerhebesätzen. Diesen Trumpf müssen wir aktiv nutzen, um neue Unternehmen anzusiedeln und wertvolle Gewerbesteuereinnahmen sowie Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. Der attraktivste Steuersatz nützt jedoch wenig, wenn Ansiedlungen an der Bürokratie scheitern. Deshalb müssen wir Genehmigungsprozesse im Rathaus konsequent digitalisieren und spürbar beschleunigen. Schnelle, verlässliche Entscheidungen sind der zweite entscheidende Standortvorteil, den wir Betrieben bieten müssen. Dazu gehört auch, Gewerbeflächen vorausschauend und bedarfsgerecht zu entwickeln – beispielsweise im Umfeld der neuen A20.

Ich stehe für eine Politik, die unserer örtlichen Wirtschaft als verlässlicher Partner auf Augenhöhe begegnet und Unternehmen Freiräume gibt, statt ihnen Steine in den Weg zu legen – wie wir es in der Ratsarbeit bereits mit der erfolgreichen Abschaffung der Vergnügungssteuer gezeigt haben. Nur wenn wir solide wirtschaften und die wirtschaftlichen Stärken Wiefelstedes konsequent entfalten, sichern wir die Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde für die Zukunft.

2. Beste Bildungschancen vor Ort: Verlässliche Wege zum Abitur und starke Schulen

Ein weiteres drängendes Problem, das wir in den kommenden Jahren entschlossen anpacken müssen, betrifft die Zukunft unserer Kinder: Ihre Bildungschancen entscheiden sich direkt in unseren Klassenzimmern. Wir müssen unsere drei Schulstandorte in der Gemeinde – die Grundschulen in Wiefelstede und Metjendorf sowie die Oberschule Wiefelstede – konsequent stärken und modernisieren. Dabei geht es nicht nur darum, die reinen Platzbedarfe und die Anforderungen der Ganztagsschule vorausschauend abzudecken, sondern auch um eine langfristige, moderne Pädagogik. Ein zukunftsweisender Weg kann hierbei die Abkehr vom Konzept der Flurschule hin zu modernen Lernlandschaften sein – erarbeitet in einer echten Schulbauplanung gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern. 

Die größte strukturelle Herausforderung liegt jedoch im Übergang zu den weiterführenden Schulen: Es darf nicht länger sein, dass Wiefelsteder Familien mit Unsicherheit kämpfen müssen, ob ihr Kind einen Platz an einem Gymnasium in den Nachbargemeinden wie Rastede oder am Gymnasium Bad Zwischenahn/Edewecht erhält. Ein unterbrechungsfreier Bildungsweg ist für mich kein Luxus, sondern ein Grundversprechen kommunaler Daseinsvorsorge.

Um diese Problematik nachhaltig und praxisnah zu lösen, setze ich auf eine Dreischritt-Strategie aus kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen:

  • Kurzfristig müssen die Gemeinden Wiefelstede und Rastede bei den anstehenden Kapazitätsplanungen eng und auf Augenhöhe Hand in Hand arbeiten. Wir müssen vereinbaren, dass der Zugang für Wiefelsteder Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Empfehlung zur KGS Rastede verbindlich abgesichert wird, anstatt Kinder abzuweisen. Selbstverständlich ist die Gemeinde Wiefelstede im Sinne einer fairen Partnerschaft bereit, einen angemessenen Anteil der bei solchen Kooperationen entstehenden Kosten zu tragen.

 

  • Mittelfristig brauchen wir eine deutlich engere Kooperation zwischen der KGS Rastede und unserer Oberschule Wiefelstede. Ich rege hierbei aufeinander abgestimmte Lehrpläne, gegenseitige Hospitationen der Lehrkräfte und koordinierte Beratungstermine an, um den Übergang von der OBS in die Sekundarstufe II an der KGS so hürdenfrei und einfach wie möglich zu gestalten. Zudem müssen Eltern frühzeitig und umfassend über alle Wege in die Sekundarstufe II informiert werden: Neben dem klassischen Gymnasium stehen auch die Zugänge über Fachoberschulen oder der Wechsel an berufliche Gymnasien an den Berufsbildenden Schulen offen. Mein eigener Werdegang – vom Realschulabschluss über die Fachoberschule bis hin zum Masterstudium an der Universität – ist ein Beleg dafür, wie erfolgreich diese Bildungswege sein können.

 

  • Langfristig rege ich eine echte Pionierlösung an: Die Gründung eines neuen, gemeinsam getragenen Gymnasiums der beiden Gemeinden Wiefelstede und Rastede in gemeinsamer Schulträgerschaft. Hintergrund ist eine einfache pädagogische wie organisatorische Realität: Eine starke Oberstufe mit einer verlässlichen Lehrerversorgung und einem zukunftsträchtigen, breiten Kursangebot kann nur dann angeboten werden, wenn eine genügend große Zahl an Schülerinnen und Schülern beschult wird. Genau diese kritische Masse garantiert das Tandem aus Wiefelstede und Rastede. Nach dem erfolgreichen Vorbild der Kooperation zwischen Bad Zwischenahn und Edewecht könnten wir dezentrale Unterstufen (Klassen 5 bis 10) in beiden Orten schaffen und die Jugendlichen in einer gemeinsamen Oberstufe zusammenführen. Eine solche Planung kann selbstverständlich nur in enger Abstimmung mit den beteiligten Nachbargemeinden Rastede, Bad Zwischenahn und Edewecht sowie dem Landkreis erfolgen. Ein solches Gesamtsystem aus Oberschule in Wiefelstede, KGS in Rastede und einem gemeinsamen Gymnasium bietet einen echten Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler in beiden Gemeinden und kann die derzeit angespannte Situation spürbar entlasten.

Ein solches Großprojekt erfordert Investitionen, bringt aber den größten Ertrag: Als Oberstudienrat und Teamleiter im Bildungssektor weiß ich genau, dass jeder Euro in unsere Schulen eine rentable Investition ist. Er entlastet Familien spürbar, nimmt den Druck von den Standorten und sichert als harter Standortfaktor langfristig die Fachkräfte für Wiefelstede.

3. Vorausschauende Ortsentwicklung: Verlässlichkeit schaffen, Vielfalt fördern und modern planen

Als dritten zentralen Schwerpunkt sehe ich eine zukunftsorientierte Orts- und Dorfentwicklung. Unsere Gemeinde ist vielfältig: Die Bedürfnisse in den beiden Kernorten Wiefelstede und Metjendorf und in unseren ländlichen Bauerschaften unterscheiden sich teilweise grundlegend. Eine erfolgreiche Ortsentwicklung darf deshalb kein Schema F anwenden, sondern muss passgenau auf die jeweiligen Gegebenheiten eingehen. Zudem müssen wir aus vergangenen Fehlern lernen: Baugebiete brauchen von Beginn an Verlässlichkeit und Transparenz – wie das Beispiel des Neubaugebiets „Grote Placken“ in Wiefelstede zeigt.

Zu Beginn der Planungen hat sich die FDP als einzige Fraktion gegen die verpflichtende Nahwärmeversorgung ausgesprochen, da wir erhebliche Bedenken hinsichtlich eines Anschlusszwangs, fehlender Flexibilität und der unabsehbaren Preisentwicklung hatten. Diese Befürchtungen haben sich leider teilweise bewahrheitet. Doch Rückblicke helfen den Betroffenen vor Ort nicht weiter. Was die Menschen jetzt brauchen, sind klare Perspektiven für ihr Zuhause. Ruhe kehrt dann ein, wenn Spekulationen durch Fakten ersetzt werden. Um die Situation nachhaltig zu befrieden, setze ich als Bürgermeister auf drei konkrete Schritte:

  • Ich werde unverzüglich verbindliche Aussagen, transparente Preisstrukturen auf der gesetzlichen Transparenzplattform Wärmenetze und klare Fertigstellungsfristen vom Wärmenetzbetreiber einfordern.
  • Umgehend richte ich einen Runden Tisch mit der Verwaltung, dem Betreiber und allen betroffenen Anwohnern ein, um offene Fragen direkt und auf Augenhöhe zu klären, ergänzt durch einen jährlichen Transparenzbericht im Bauausschuss.
  • Zudem weise ich aktiv auf die Möglichkeit hin, Heizkostenabrechnungen unabhängig durch die Verbraucherzentrale prüfen zu lassen, um den Anwohnern die Sorgen vor falschen Abrechnungen zu nehmen und den „Grote Placken“ zu einem rundum gelungenen Zuhause zu machen.

Mit dem Abschluss dieses Gebiets dürfte der Bedarf an klassischen Baugrundstücken im Kernort Wiefelstede vorerst gedeckt sein. Die gesamte Vermarktung wird sich noch über viele Jahre erstrecken. Jetzt gilt es dort vor allem, das ausgewiesene Mischgebiet zügig und zielgerichtet zu vermarkten.

Zur Ortsentwicklung gehört für mich weit mehr als das Ausweisen von Wohngebieten: Wir brauchen dringend ein durchdachtes Konzept zur Belebung unseres Ortskerns in Wiefelstede. Ich möchte einen lebendigen Ortskern schaffen, der zum Verweilen einlädt, Begegnung ermöglicht und mit neuem Leben gefüllt ist. Umso mehr bedauere ich es zutiefst, dass sich zur Sitzung der Kommission zur Entwicklung des Ortskerns – zu der der gesamte Gemeinderat eingeladen war – außer mir als Vertreter der FDP nur ein Vertreter der Grünen angemeldet hat. Dass dieses wichtige Gremium dadurch mangels Beteiligung nicht wie geplant arbeiten konnte, ist bitter – hier haben wir wertvolle Zeit für die Zukunft unseres Ortes verschwendet. Das muss sich ändern!

Gänzlich andere Anforderungen stellt der urban geprägte Kernort Metjendorf dar. Hier steht mit dem Baugebiet an der Ofener Bäke ein wichtiges Projekt in den Startlöchern. Für die weitere Zukunft Metjendorfs kann ich mir bewusst auch neuartige, moderne Wohnformen vorstellen: etwa Flächen für Tiny Houses oder Konzepte wie Cohousing – eine Wohnform, bei der privater Wohnraum mit gemeinsam genutzten Gemeinschaftsflächen kombiniert wird, was das Miteinander stärkt, bezahlbaren Wohnraum schafft und gleichzeitig Flächenbedarf minimiert. Das oberste Ziel für Metjendorf muss es sein, ein aktives und attraktives Ortsleben mit eigener Identität zu sichern, damit der Ortsteil nicht zu einer reinen Schlafstadt für das angrenzende Oldenburg wird.

Als dritten Bereich dürfen wir die behutsame Entwicklung unserer Bauerschaften nicht aus den Augen verlieren. Auch in den kleineren Dörfern muss es gezielte, maßvolle Erweiterungen geben. Nur so geben wir der jungen Generation die Chance, in ihren Heimatdörfern wohnen zu bleiben, Familie zu gründen, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten und so einer Überalterung der Dorfgemeinschaften wirksam entgegenzuwirken.

Allgemein gilt für die Zukunft: Unsere neuen Baugebiete müssen modern und ökologisch durchdacht geplant werden. Das bedeutet, bestehende Naturstrukturen wie unsere ortstypischen Wallhecken bestmöglich zu integrieren, grüne Oasen als Orte des Verweilens und der natürlichen Beschattung einzurichten sowie eine hohe Durchlässigkeit mit einem Fuß- und Radwegenetz sicherzustellen. Nur wenn wir Verlässlichkeit bei der Erschließung mit ökologischer Weitsicht und echtem Gestaltungswillen verbinden, bleibt Wiefelstede in allen Ortsteilen lebenswert.